IG BCE: Erfolgsgeschichten

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37,5 Stunden-Woche mit Haustarifvertrag

Ausgangssituation:

Andreas Stechert

Die RECTICEL Automobilsysteme GmbH produziert seit 2004 Kunststoffhäute für Armaturenbretter und Tür-Verkleidungen in einem neu gebauten Werk in Schönebeck, Sachsen-Anhalt. Ein Betriebsrat wurde 2005 mit Unterstützung der IG BCE gewählt. Nach der Arbeitsaufnahme des Betriebsrats ergaben sich aus den Besprechungen mit dem Arbeitgeber strittige Fragen über fehlende tarifliche Grundlagen zur Arbeitszeit und zum Arbeitsentgelt. Die Geschäftsführung hatte mit den Mitarbeitern schriftliche Arbeitsverträge abgeschlossen, war aber nicht wie in den alten Bundesländern einem Arbeitgeberverband beigetreten. In den westlichen Werken fanden die Tarifverträge der westdeutschen chemischen Industrie Anwendung und bildeten unter anderem die rechtliche Grundlage für die Arbeit des Betriebsrates.

Das Ziel:

Schaffung einer rechtlichen Grundlage für die Arbeit des Betriebsrates, möglichst mit den Tarifverträgen der ostdeutschen chemischen Industrie.

Der Weg zum Ziel:

In Zusammenwirken mit der IG BCE in Magdeburg wurden Gespräche mit der Geschäftführung und der Werkleitung aufgenommen. Die IG BCE bemühte sich sogar beim Arbeitgeberverband. Leider wollte sich die Arbeitgeberseite nicht dem Arbeitgeberverband Nordostchemie anschließen. Zwischenzeitlich hatten wir Mitglieder der IG BCE verstärkt Werbung für die IG BCE betrieben. Es ging um die Stärkung der Gewerkschaft und ihre Verhandlungsmacht. Viele Schichtmitarbeiter wollten die 37,5 Stunden-Woche, wie im Westen. Des Weiteren gab es die Forderung nach einer analogen prozentualen Erhöhung der Entgelte aus den Verhandlungen der chemischen Industrie. Nach viele persönlichen Gesprächen mit Mitarbeiten, aber auch mit der Geschäftsführung und Werkleitung über die Vorteile eines Tarifvertrages waren 40 Prozent der Kolleginnen und Kollegen in der Gewerkschaft organisiert. Dirk Lehnert, IG BCE Gewerkschaftssekretär wurde Verhandlungsführer der darauf gebildeten Tarifkommission. Der Betriebsratsvorsitzende Andreas Stechert hatte der Geschäftsführung angezeigt, dass der Betriebsrat die Bemühungen der Gewerkschaft, eine Tarifbindung zu erreichen, mittragen würde. Nach Verhandlungen mit der Geschäftsführung im Jahr 2008 wurde eine 37,5 Stunden-Woche im Rahmen eines Haustarifvertrages erreicht. Die IG BCE hat damit ein Stück mehr Sicherheit im Arbeitsleben geschaffen.

Internetlink: www.recticel.com

Ansprechpartner: Andreas Stechert, BR-Vorsitzender RECTICEL Automobilsysteme GmbH (bezirk.halle-magdeburg@igbce.de)

Abgelegt unter folgenden Schlagworten: persönliches Gespräch, Tarifvertrag, Betriebsrat