Ausgangssituation:
Die Geschäftsleitung des Kunstharzherstellers Cytec in Hamburg-Wandsbek reagiert im Januar 2009 mit einem Restrukturierungskonzept auf die Wirtschaftskrise. Geplant war, 2/3 der 170 Beschäftigten zu entlassen. Dabei lag die Betriebsvereinbarung zur Einführung von Kurzarbeit schon seit Anfang Dezember auf dem Tisch. Der Betriebsrat hatte frühzeitig die Zeichen der Krise erkannt und schon für Oktober 2008 Kurzarbeit vom Unternehmen gefordert. Cytec hingegen setzt auf sozialen Kahlschlag und verlagert einen großen Teil der in Hamburg bislang produzierten Kunstharze in das Werk Werndorf (Österreich).
Das Ziel:
Rücknahme des Restrukturierungskonzeptes und damit die Sicherung von 100 Arbeitsplätzen.
Der Weg zum Ziel:
Betriebsrat und IG BCE organisierten den Widerstand gegen die Pläne der Geschäftsleitung. Wenn es zu Entlassungen kommen sollte, müsste zumindest ein Sozialtarifvertrag abgeschlossen werden. Mit einem Warnstreik kam Bewegung in die Verhandlungen. Die Zahl der Entlassungen konnte von 100 auf 43 begrenzt werden. Glücklicherweise hat sich die Marktlage wieder stabilisiert. Wenn die geplanten Entlassungen in voller Höhe umgesetzt worden wären, hätte der Rest der Belegschaft von 62 Leuten die aufgelaufenen Aufträge nicht abarbeiten können. Der Erfolg: Sozialtarifvertrag abgeschlossen, den Großteil der Arbeitsplätze gesichert, den Betrieb gerettet.
Internetlink: www.cytec.com
Ansprechpartner: Ralf Erkens (ralf.erkens@igbce.de)